Kultur - Slowenien
Die Slowenen haben ihre Sprache, Traditionen und Gebräuche und somit ihre Identität bewahrt. Daneben haben sie auch eigene Kunsthandwerke und Stile entwickelt.
Die Kulturen des Alpenlandes, des Küstenlandes und des Pannonischen Beckens mit ihren eigenen Lebens- und Wirtschaftsformen, Bräuchen und Gewohnheiten verschmelzen hier.
Die meisten Bräuche sind an die Feste im familiären Kreis gebunden. Gefeiert werden einzelne Tage im Frühling, Ernte und Weinlese, Martinstag, Fastnacht, Weihnachten und Ostern. Das Bemalen von Ostereiern in der Region Bela Krajina und Prekmurje hat sich zu einer echten Volkskunst entwickelt. In der Faschingszeit werden auf dem Land Maskengruppen und einzelne Gestalten gezeigt.
Die slowenische Architekturschule des 20. Jahrhunderts ist berühmt und wird weltweit anerkannt.
In den letzten beiden Jahrzehnten ist das slowenische Theater im Bereich des alternativen Theaters zu einem der führenden Wegbereiter in der Welt geworden.
Bereits im 6. Jahrhundert waren den Slowenen die Ausdrücke Lied und Singen geläufig. Mit dem Beginn der Christianisierung im 8. Jahrhundert setzte die Pflege des Chorals ein. Zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert bildete sich das mittelalterliche Lied heraus. Im 18. Jahrhundert trat die Wende zur Oper ein. Die Slowenen waren unter den ersten, die die Oper von den Italienern übernahmen. Die erste slowenische Oper schuf J. Zupan.
Der slowenische Chorgesang gehört zu den besten seines Genres. Alljährlich findet in Sentvid ein Chortreffen statt.
Das Freising-Manifest, das älteste dokumentierte Schriftstück in slowenischer Sprache, stammt aus dem 10. Jahrhundert und wurde 1803 entdeckt. Der protestantische Priester Primoz Trubar (1508-1586) veröffentlichte das erste slowenische Buch in gedruckter Form. Er gilt als der Initiator der slowenischen Literatur. Adam Bohoric (1520-1598) schrieb die erste slowenische Grammatik. Sie wurde 1584 in Wittenberg veröffentlicht.
Slowenische Küche
Die slowenische Küche wurde von der österreichischen, italienischen und ungarischen beeinflusst.
Es gibt viele verschiedene Mehlspeisen, eine Besonderheit sind Speisen aus Buchweizen, einer Getreideart, aus der graues Mehl gewonnen wird. Jeder slowenische Landesteil kennt seine eigenen Brotsorten.
Weit verbreitet in Slowenien sind die sogenannten struklji, eine Art Topfenstrudel, den es in vielen verschiedenen Varianten gibt. An der Küste werden viele Fischgerichte angeboten.
Die meisten Restaurants sind bemüht mehrsprachige Speisekarten anzubieten.
Seit 2400 Jahren wird in drei Regionen Wein produziert. Bier wird in Slowenien ebenfalls gebraut. Beliebt sind auch hochprozentige Obstschnäpse, von denen der Pflaumenschnaps Sliwowitz sicher der bekannteste ist.
Weltkulturerbe
Höhlen von Skocjan
Die Höhlen von Skocjan befinden sich in der Nähe des slowenischen Ortsteils Skocjan (Sankt Kantian), etwa 20 km östlich von Triest. 1986 wurden sie von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes aufgenommen.
Das Höhlensystem liegt auf einer Höhe von etwa 420 bis 450 m. Durch Regenwasser und Flüsse wird das Kalkgestein gelöst. Es entstehen Höhlen und Dolinen große Trichter in der Landschaft. Im ersten Abschnitt der Kalksteinschichten fließt die Reka oberirdisch durch eine 4 km lange Schlucht. Die Höhlendecken stürzten über dem Fluss ein, dadurch entstanden die Einsturzdolinen Großes Tal (Velika dolina, 165 m tief) und Kleines Tal (Mala dolina, 120 m tief). In der Sohle des Großen Tals versickert die Reka endgültig.
Die Höhlen selbst bestehen flussabwärts u. a. aus der Okroglica, der Rauschenden Höhle, dem Hanke-Kanal, der Martel-Halle und dem Zaliti-Kanal. Außerdem zählen die Stille Höhle, die Tominc-Höhle und die Schmidl-Halle zum Höhlensystem, deren Gänge insgesamt 6 km lang sind. Die größte Halle ist die Martel-Halle mit 308 m Länge, einer Höhe von bis zu 146 m und einer maximalen Breite von 123 m. |