Geschichte von Slowenien
Nach aller Wahrscheinlichkeit begaben sich die slawischen Vorfahren der Slowenen im 6. Jahrhundert ins Gebiet des heutigen Slowenien und niederließen sich dort. Im 7. Jahrhundert entstand das slawische Fürstentum Karantanien im heutigen Kärnten. Dieses Fürstentum wird von den Slowenen als erster Slowenenstaat betrachtet. Im Verlauf der nächsten zwei Jahrhunderte fiel Karantanien zunächst unter bayerische, dann fränkische Vorherrschaft. In der Mitte des 10. Jahrhunderts war durch den Sieg des Königs und späteren Kaisers Otto I. der Weg frei für die Ostkolonisation des Römischen Reiches.
Im Zuge des Aufstiegs der Habsburger Mitte des 13. Jahrhunderts wurden große Gebiete Sloweniens habsburgisch. Slowenien stand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs - mit einer kurzen Unterbrechung während der Napoleonischen Kriege - unter habsburgischer Herrschaft.
Das schon im 19. Jahrhundert zunehmend aufflammende Nationalbewusstsein führte 1918 zur Proklamation des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Italien besetzte daraufhin die slowenische Küstenregion, die das Königreich 1920 offiziell abtreten musste. Im Norden marschierten SHS-Verbände im Süden Kärntens ein, wo es zu schweren Kämpfen kam, der durch die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 den Verbleib Kärntens bei Österreich sicherstellte. Okkupiert wurde von den slawischen Truppen die damalige Untersteiermark mit der Hauptstadt Marburg. Die Gebiete wurden ohne Volksabstimmung Jugoslawien angeschlossen. 1929 wurde das Land in Königreich Jugoslawien umbenannt. Das Land bewahrte trotz allem seine Neutralität. Die Achsenmächte besetzten 1941 das gesamte Jugoslawien. Slowenien wurde danach unter Italien, Ungarn und Deutschland aufgeteilt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde am 29. November 1945 die Demokratische Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet, ab 1963 nannte sie sich Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. Die wachsende Unzufriedenheit mit der Belgrader Führung während der 1980er Jahre mündete in die Unabhängigkeitserklärung Sloweniens am 25. Juni 1991. Der darauffolgende Einmarsch jugoslawischer Truppen konnte im sogenannten 10-Tage-Krieg erfolgreich abgewehrt werden.
Die ethnisch relativ homogene Bevölkerung und die geringen Zerstörungen des Krieges ermöglichten eine schnelle Stabilisierung und demokratische Entwicklung des Staates. Slowenien trat am 1. Mai 2004 zur EU bei. |